• Was erwartest du vom Leben (Freude wohl eher nicht)?

    Was erwartest du vom Leben
     

    Eine interessante Abwandlung des berühmten Law of Attraction (Gesetz der Anziehung) ist, dass du nicht “bekommst, was du denkst” oder auch fühlst – obwohl das Letztere näher an der Wahrheit ist -, sondern du bekommst, was du erwartest. Auf den ersten Blick hört es sich wie ein Detail an, aber sobald du verstanden hast, was das bedeutet, wird dir klar, dass es alles verändert.
     

    Ich würde gerne näher betrachten, was es heißt, zu “bekommen, was du erwartest”, wie du es nutzen kannst und welche Rolle Trauma dabei spielt. Kurz gesagt möchte ich dich zum Blick nach Innen inspirieren, zum Betrachten deiner Erwartungen, und dir helfen, sie so anzupassen, dass du dein Glücksempfinden steigerst – und natürlich, die Zeit und Energie, die du mit deiner Leidenschaft verbringst.
     
     

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    Nicht schon wieder Law of Attraction!

     

    Die meisten haben den Film The Secret gesehen oder zumindest Bücher oder Artikel gelesen. Daher haben sie eine Vorstellung davon, worum es beim Law of Attraction geht: dass das, was du denkst, glaubst und fühlst, das ist, was du wahrscheinlich in deinem Leben anziehst. Im Grunde wird sich das manifestieren, was zu deinen “Vibrations” (Schwingungen) passt.
     

    Erwarte bitte nicht, dass ich dazu überrede, daran zu glauben. Die Sache mit dem Law of Attraction ist, dass es in beide Richtungen funktioniert: Wenn du überzeugt bist, dass es nicht funktioniert, dann tut es das auch nicht! Ich kann nur sagen, dass ich Menschen aus allen Lebenssituationen kenne, manche privilegiert, andere ganz sicher nicht, die das LoA höchst erfolgreich eingesetzt haben, um bewusst Dinge zu manifestieren, die man nur als Wunder bezeichnen kann.
     

    Wir wissen, dass Gedanken Schwingungen haben – tatsächliche, messbare Schwingungen. Gefühle ebenfalls. Wir wissen auch, dass nichts isoliert existiert und alles miteinander verbunden ist. Studien zeigen immer und immer wieder, dass die Einstellung eines Patienten einen erheblichen Beitrag zu seinen Genesungschancen leistet. Es ist nicht so weit hergeholt zu glauben, dass zumindest ein Teil unserer Realität von, naja, uns stammt.
     
     

    Denken, fühlen, erwarten

     

    Skeptiker weisen gern darauf hin, dass du mit Sicherheit keinen rosa Flamingo herbeizaubern kannst, nur weil du an ihn denkst (schade eigentlich – die sind so hübsch!). Wie aber bereits erwähnt, sind die Gedanken nur der Beginn des Prozesses, denn wenn man etwas wiederholt denkt, beeinflusst das die Gefühle, und laut The Secret sind sie es, die die Manifestation bewirken.
     

    Aber weißt du, das ist auch der Punkt, an dem viele scheitern. Ich habe schon ziemlich viel von dem manifestiert, was ich mir vorgenommen habe. Dann wiederum habe ich manchmal die ganze Arbeit gemacht – visualisieren, loslassen, tätig werden, positiv bleiben, dem Prozess vertrauen – und nichts ist passiert. Null, rien, zero. Ich weiß von anderen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Machen wir alle etwas falsch?
     

    An dieser Stelle setzen neuere Ideen an, Dinge, die du in Veröffentlichungen ca. des letzten Jahrzehnts findest. Sie weisen darauf hin, dass Denken und Fühlen toll sind, aber solange wir im tiefsten Inneren etwas anderes erwarten, werden wir nie das manifestieren, woran wir denken. Sagen wir mal, du leistest all die klassische Manifestationsarbeit, um deinen idealen Partner zu finden. Erwartest du vom Leben aber wirklich, dass du ihn finden kannst? Zweifelst du vielleicht daran oder glaubst, dass du es nicht wert bist? Dann wird es nicht funktionieren.
     

    Ein Liebespaar im Sonnenuntergang. Ist es Liebe, was du vom Leben erwartest?
     

    Warum Trauma so schädlich ist

     

    Leider ist das oben Genannte ein weiterer Grund, warum Trauma so schädlich ist. Als ob es nicht genug wäre, dass traumatische Erfahrungen im Körper Spuren hinterlassen und beim kleinsten Anlass neu getriggert werden, können sie auch noch ernsthaft unsere Fähigkeit beeinträchtigen, zu manifestieren, was wir wirklich wollen.
     

    Wenn du Missbrauch erlebt hast, körperlich oder psychisch, oder den Verlust von Sicherheit oder sonstiges emotionales Trauma, kann es fast unmöglich sein, wirklich gute Dinge vom Leben zu erwarten. Das ist der Grund, warum so viele ihre Manifestationsversuche selbst sabotieren.
     

    Das heißt aber nicht, dass dir nicht zu helfen ist. Trauma ist heilbar, das Nervensystem kann “repariert” werden. Was noch wichtiger ist: Du brauchst auch gar nicht perfekt und völlig frei von Trauma zu sein. Schon allein daran zu arbeiten kann dir genug Selbstvertrauen zurückgeben, dass du es schaffst, die Verwirklichung deiner Träume zu erwarten.
     
     

    Was du tun kannst

     

    Was heißt das nun für dich und dein Leben? Hier sind einige Schritte, die du setzen kannst, um leichter zu manifestieren und das zu erreichen, was du gern in deinem Leben hättest.
     

    • Zuallererst prüfe, wie du dich vorwiegend fühlst. Wie ist deine Grundstimmung? Beobachte dich für ein oder zwei Tage. Wie viel Zeit verbringst du damit, wirklich glücklich zu sein? Wie oft bist du schlecht gelaunt? Traurig? Wie oft beschwerst du dich?
    • Um dein Glücksempfinden zu verbessern, sieh dir deine Träume und Ziele an. Prüfe, ob du wirklich glaubst, dass du sie erreichen kannst. Wenn nicht, finde ein Teilstreckenziel auf dem Weg zu deinem Traum, das dir realistischer erscheint. Konzentriere dich darauf und mach sofort den ersten Schritt.
    • Finde deine Leidenschaft(en) und priorisiere sie radikal. Nichts wird dir mehr Glücksgefühl verschaffen als deine Freude ganz vorn anzustellen. Das wird auch zu deiner Bestimmung führen, und die glücklichsten Menschen kennen alle ihre Bestimmung.
    • Wenn du das nächste Mal das Law of Attraction nutzt, konzentriere dich weniger auf die Visualisierung positiven Gefühle. Arbeite stattdessen daran, die Blockaden zu lösen, die von den Erwartungen kommen. Arbeite daran, dein Trauma zu heilen, und warte nicht, bis du glaubst, du seist perfekt; fang an und manifestiere. Übung macht den Meister.

     
     

    So erwartest du vom Leben, was du wirklich willst

     

    Erwartest du vom Leben erst einmal Freude, wirst du auch Freude manifestieren. Wir haben es uns zur Gewohnheit gemacht, nicht allzuviel zu erwarten, und darum fühlen wir uns oft so mau. Dafür sorgt unsere Neigung zur Negativität, die aus der Evolution stammt.
     

    Versuche das umzudrehen und Freude zu erwarten. Erwarte Überfluss. Erwarte, immer genug Zeit und Energie für deine Leidenschaft zu haben. Die Freude wird dich an Hindernisse und alte Glaubenssätze heranführen. Sie wird dir aber auch Wege aufzeigen, wie du diese überkommst. Mit der Zeit erhöht das deine Fähigkeit, Glück zu erleben, und macht einen merklichen Unterschied im Leben.
     

  • Der Tanz um die Balance im Leben

    Balance im Leben
     

    “Du kannst alles haben, aber du kannst nicht alles auf einmal haben,” sagte Oprah Winfrey. Je älter ich werde, desto klarer wird mir: Das sind wahre Worte. Sogar Stephen Covey, der in seinem berühmten Die 7 Wege zur Effektivität für ein Gleichgewicht im Leben warb, hat immer betont, dass es Zeiten gibt, in denen ein Lebensbereich in den Vordergrund tritt, und das völlig normal ist.
     

    Ich weise immer wieder darauf hin, dass die Balance, nach der wir alle streben, nicht statisch sein sollte. Der Gedanke, dass wir irgendwie genau richtig viel von allem tun könnten, was uns wichtig ist, und zwar dauerhaft, ist absurd. So funktioniert das Leben einfach nicht.
     

    Daher ist es an der Zeit, dass wir uns nicht mehr länger selbst im Nacken sitzen und verstehen, dass ein “dynamisches Gleichgewicht” der wirkliche heilige Gral ist: Ein Bereich erhält eine Zeitlang Priorität und tritt dafür ein andermal in den Hintergrund. Insgesamt bleibt das Gleichgewicht gewahrt.
     

    Die wirklich knifflige Frage ist jetzt: Was sind die Dinge, die wir in der Balance halten sollten? Was sollte wirklich Teil unseres Lebens und unserer Prioritäten sein? Wir können wir “im Leben alles haben”?
     

    Gut, dass du fragst!
     
     

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    Fallstrick: “Prioritäten” missverstehen

     

    Die meisten stimmen dem obigen Zitat von Oprah Winfrey zu und halten es für nötig, die wichtigen Dinge im Leben zu priorisieren. Allerdings muss man sich auch damit beschäftigen, welche Dinge einander ausschließen und welche störungsfrei nebeneinander existieren können.
     

    Wenn ich zum Beispiel darüber spreche, Leidenschaften zu priorisieren, nehmen die meisten an, dass man dafür den beruflichen Erfolg opfert. Oder sie gehen davon aus, dass Geld unwichtig sein muss, nur weil ich betone, dass eine Leidenschaft priorisieren nicht heißen muss, dass man mit ihr Geld verdient.
     

    Wir ziehen oft voreilige Schlüsse, weil wir darauf gedrillt werden in der Welt, in der wir leben, und weil wir so erzogen worden sind. Manche dieser Prägungen sind aber unrichtig und schädlich. Dröseln wir’s mal auf:
     

    1. Wie du weißt, wenn du dir mal meine Coaching-Programme angesehen hast, gehört zu meiner Arbeit mit Klienten, dass sie Grenzen setzen bei der Arbeit und lernen, Nein zu sagen und regelmäßig pünktlich heimzugehen. Vielleicht hast du auch gesehen, dass diese Klienten, anstatt bei der Arbeit damit Probleme zu bekommen, im Gegenteil oft befördert werden oder Gehaltserhöhungen bekommen. Das liegt daran, dass geerdete, selbstbewusste Menschen, die glücklich und im Gleichgewicht sind und starke Grenzen setzen, Führungspersönlichkeiten sind.
    2. Mit einer Leidenschaft kein Geld zu verdienen heißt nicht, dass sie nicht wichtig ist. Es bedeutet nur, dass Geld nicht das einzige Maß von Wichtigkeit im Leben ist. Geld ist klasse – nicht ohne Grund arbeite ich seit vielen Jahren an meinen eigenen Geldmanagement-Fähigkeiten und meinem Mindset und biete sogar ein Coaching-Programm zum Thema Geld an. Es ist nicht verkehrt, Geld zu mögen oder viel Geld haben zu wollen, aber das heißt nicht, dass du dieses Geld mit deiner Leidenschaft verdienen musst.

     

    Balance im Leben
     

    Wir machen etwas falsch

     

    Die modernen Medien, Influencer und alle möglichen Ratgeber erzählen uns, dass was immer sie sich zur Mission gemacht haben, das Wichtigste im Leben ist. Gesunde Ernährung, Sport, Meditation, Beziehungen pflegen, Karriere, Familie, Schönheitspflege, Freizeitaktivitäten… -Wenn wir das alles priorisieren wollten, wäre das Leben sehr stressig.
     

    Lass mich das umformulieren: Weil wir versuchen, alles (oder das meiste) davon zu priorisieren, ist das Leben stressig. Unsere Bemühungen sind zum Scheitern verurteilt, weswegen wir uns schrecklich fühlen. Manchmal und bei bestimmten Menschen schlägt es ins Gegenteil um und sie fallen in fast völlige Erstarrung. Und in jedem Fall haben wir das Gefühl, dass wir mehr tun sollten.
     

    Ich habe schon oft darauf hingewiesen, dass wir noch nie zuvor in der Geschichte die Erwartung hatten, alles allein und perfekt zu erledigen. Noch einmal, das ist unmöglich. Okay, manche Menschen sind nahe dran – aber wenn du dir deren Leben ansiehst, nicht nur durch den Filter der sozialen Medien, sondern das tatsächliche Alltagsleben, wird dir schnell klar, dass dieses Leben so streng reguliert ist, dass es nicht gerade ein Rezept für Glückseligkeit ist.
     
     

    Die Wichtigkeit der Ausrichtung

     

    Wie wählst du also, was du priorisierst? Ich schlage vor, einen Blick auf deine Wertvorstellungen zu werfen und auf die Dinge, die dir wirklich wichtig sind.
     

    Was ist dir im Leben am wichtigsten? Wenn du dir diese Frage stellst, bemühe dich, nicht so zu antworten, wie es von dir erwartet wird. Du musst nicht sagen “meine Familie” oder “meine Kinder” – natürlich sind die wichtig, aber sie müssen nicht deine Lebensgrundlage sein! Du bist kein schlechter Ehepartner oder Elternteil, wenn etwas anderes deine Liste anführt.
     

    Wenn du meine wissen möchtest: Freiheit und Unabhängigkeit sind meine obersten Werte und auch Prioritäten. Ich möchte in verschiedenen Ländern leben und regelmäßig die Menschen sehen, die ich liebe, was übrigens auch zu meinen Prioritäten zählt. Eine weitere Priorität ist, wenig überraschend, meine Leidenschaften, vor allem Musik und Coaching.
     

    In der Praxis hat dies zu einem Leben mit viel Auszeit geführt. Ich versuche, Raum für meine Leidenschaften freizuhalten. Letztes Jahr habe ich ein kleines Häuschen gekauft, aber ich habe keine eigenen Haustiere mehr, weil das ein Problem wäre, wenn ich jedes Jahr monatelang im Ausland bin oder spontan die Nacht bei Freunden oder einem Partner verbringen möchte.
     

    Das Leben, das ich mir aufbaue, erfordert ein wenig Geld, und daher fokussiere ich mich gerade darauf, mein Geldmanagement upzugraden, was ein lebenslanger Prozess ist (ich habe in meinem Vlog diesen Monat darüber gesprochen). Das ist also eine weitere Priorität.
     

    Alles andere, wie etwa Gesundheit, Fitness, Familie usw., sind auch wichtig, aber keine Prioritäten. Ich verwende Zeit darauf, denn ich liebe meine Familie und natürlich macht meine Gesundheit dieses Leben erst möglich, aber mein Fokus liegt anderswo. Und ich weigere mich, mich deswegen schlecht oder schuldig zu fühlen.
     

    Freiheit
     

    Nicht alles haben, sondern die richtigen Dinge

     

    Die Schlussfolgerung aus all dem ist, dass ich dir nicht sagen kann, was du tun sollst. Naja, eigentlich kann ich es schon: Ich sage dir, du sollst das priorisieren, was dich mit Freude erfüllt. Aber was das ist und was in deinem Leben sonst noch eine Priorität sein muss, ist deine Entscheidung.
     

    Geh ein wenig in dich und bitte, bitte widerstehe der Verlockung von “Perfektion”. So sind Menschen nicht gedacht und es macht uns nicht glücklich. Ich würde so weit gehen, es eine Krankheit unserer modernen Zeiten zu nennen! Widerstehe, entschleunige und konzentriere dich auf das, was dir wichtig ist. Dein Glücksempfinden wird sich dadurch unendlich steigern.
     

  • Wir sind das, worauf wir uns emotional einlassen

    emotional einlassen
     

    Du bist, was du isst! sagen die Gesundheitsfanatiker.
    Du bist, was du denkst! sagen die Law-of-Attraction-Gurus.
     

    Sie alle haben ja nicht Unrecht. Ich weiß aus Erfahrung, dass unsere Ernährung einen riesigen Einfluss auf das Wohlbefinden ausübt, sowohl das physische als auch das psychische. Der Prozess des Manifestierens beginnt in der Tat mit den Gedanken. Und trotzdem wusste ich irgendwie immer, dass die obigen Aussagen nur einen Teil der Wahrheit ausdrücken.
     

    Während eines Trainings mit Bob Proctor fiel dann der Groschen bei mir. Proctor sagte: “Wir sind das, worauf wir uns emotional einlasen.” Ich wusste sofort, das war’s! Das war, was ich vergebens versucht hatte, in Worte zu fassen. Und die Implikationen dieser scheinbar unschuldigen Aussage sind vielfach.
     

    Erlaube mir, es dir zu zeigen.
     
     

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    Disclaimer: Nein, du musst dich nicht immer nur gut fühlen

     

    Ich sage, schreibe und lehre es immer wieder, und damit werde ich weitermachen, bis ich grün im Gesicht bin oder du es nicht mehr hören kannst: Das gerade Gesagte heißt nicht, dass du dich ständig gut fühlen musst, oder dass du dich selbst und/oder dein Glücksempfinden sabotierst, wenn du wütend, traurig oder einfach down bist.
     

    Emotionen existieren, damit wir sie erleben. Wenn du etwa einen geliebten Menschen verlierst, wirst du natürlich trauern. Das ist der natürliche Ablauf und der wird nichts sabotieren – anonsten müssten alle, die mit Leichtigkeit manifestieren, gefühllose Monster sein. Das sind sie aber nicht.
     

    Darum gefällt mir Bob Proctors Ausspruch auch so gut. Vor Jahren war Lynn Grabhorn die erste, die darauf hinwies, dass die Gefühle den Manifestationsprozess antreiben, nicht die Gedanken (lies ihr bahnbrechendes Buch Aufwachen – Dein Leben wartet).
     

    Trotzdem geht die Aussage, dass es um die Gefühle geht, nicht weit genug und lässt Raum für Fehlinterpretationen und Missverständnisse wie das oben erwähnte – dass man, um Glück und Erfolg zu manifestieren, nie etwas fühlen darf, was allgemein als “negativ” bezeichnet wird. Und das ist Unsinn.
     
     

    Was bedeutet sich auf etwas “emotional einlassen”?

     

    Sich auf etwas emotional enlassen heißt nicht nur, eine Emotion zu fühlen. Wir “fühlen” alle den ganzen lieben langen Tag. Mal sind wir glücklich, mal traurig, ärgerlich, neugierig, gelangweilt, zufrieden, freudig und frustriert. Wir lachen und weinen, trauern und feiern. Wenn das alles Manifestationen im großen Stil zur Folge hätte, wäre unser Leben ein chaotisches Kaleidoskop ständig wechselnder Formen und Farben.
     

    Das ist der Grund, warum du dich nicht schuldig fühlen musst, wenn es dir nicht gut geht. Das Leben legt uns gern Hindernisse in den Weg, damit wir etwas lernen, und das Leben ist nicht gerade für seine feinfühlige Art bekannt. Wenn du also von einem Rückschlag oder Verlust wie vor den Kopf geschlagen bist, willkommen im Club. Das ist kein Versagen und auch keine Strafe – du bist einfach lebendig.
     

    Sich auf etwas emotional einlassen ist etwas anderes. Emotional ist es das Äquivalent von einer Beziehung, die langsam ernst wird. Vorher gehst du auf Dates, hast vielleicht eine Affäre. Vielleicht bist du sogar ein wenig verliebt. Erst wenn sich diese Gefühle jedoch festigen, stärker und dauerhafter werden, dann lässt du dich emotional darauf ein.
     

    Das Gleiche gilt für alles andere im Leben.
     

    Papierdrachen
     

    Beispiele: Sich emotional einlassen

     

    Um all das in der Praxis zu zeigen, gebe ich dir ein paar Beispiele.
     

    Die Person A hat einen stressigen Job und macht oft Überstunden. Das gibt ihr das Gefühl, lebendig zu sein; sie ist “mit dem Job verheiratet” und findet viel Bestätigung darin, knappe Deadlines zu schaffen, die Firmenwerte zu leben und die Anerkennung ihres Managers zu erhalten.
     

    Diese Person lässt sich ganz klar auf ihren Job emotional ein.
     

    Die Person B ist ebenfalls eine fleißige Angestellte mit gutem Arbeitsethos. Wenn sie im Büro ist, konzentriert sie sich 100% auf die Arbeit. Ihr Herz gehört aber eigentlich dem Tennis, und daher setzt sie klare Grenzen bei der Arbeit in puncto Work-Life-Balance. Sie trainiert mehrmals pro Woche und verbringt die meisten Wochenenden auf regionalen Turnieren.
     

    Obwohl Person B viel weniger Arbeit beim Tennis verbringt wie bei der Arbeit, lässt sie sich emotional aufs Tennis ein.
     
     

    Darum sind Leidenschaften der Schlüssel

     

    Beginnst du zu verstehen, warum ich dazu rate, Leidenschaften zu priorisieren? Und warum es egal ist, ob du deine Leidenschaft zu einer Einkommensquelle machst? Oder wie gut oder schlecht du darin bist?
     

    Wenn du schon wählen kannst, was und wer du bist, und dich selbst formen kannst mit dem, woaruf du dich emotional einlässt – warum solltest du dann etwas wählen, das stressig und hart ist? Leidenschaften geben dir Freude. Sie lassen dich vor Glück überströmen, so dass du aus allen Knopflöchern vor Liebe strahlst. Das ist es doch wert, so zu werden, oder?
     

    Bevor du fragst: Wenn wir bei der Beziehungs-Metapher bleiben, dann musst du definitiv nicht “monogam” sein, wenn du dich auf etwas emotional einlässt. Du kannst eine glückliche Ehe haben und in deine Kinder vernarrt sein und trotzdem eine Leidenschaft priorisieren. Du lässt dich auf all das Genannte emotional ein, und das macht dich zu der Person, die du bist.
     

    emotional einlassen
     

    Was bedeutet das für dich?

     

    Es bedeutet, dass du die Wahl hast, worauf du dich emotional einlassen willst. Vor einer Weile habe ich dir eine Übung vorgeschlagen, bei der du die Stunden zählen solltest, die du pro Woche mit Schlafen, Arbeiten, deinen Leidenschaften etc. verbringst. Diese Übung ist ein guter Anfang und bietet dir einige Hinweise auf deine Prioritäten. Aber sie zeigt nicht das vollständige Bild.
     

    Ein genauerer Maßstab ist, wie stark du dich emotional auf etwas einlässt. Du kannst ein/e gut/e Angestellte/r sein und hart arbeiten, aber du brauchst nicht dein gesamtes Leben dem Job zu verschreiben. Wähle aus, wovon du gern mehr im Leben hättest, wie du gerne sein und werden willst. Das sind die Dinge, in die du dich mit Leib und Seele stürzen solltest.
     

    P.S. Mach dir keine Gedanken um deine Leistungen bei der Arbiet: Die Person B wird lange vor Person A befördert. Denn glückliche Menschen mit einem starken Selbstwertgefühl und soliden Grenzen eignen sich als Führungskraft und werden befördert, oft vor den Kollegen, die Überstunden schrubben. Denk mal drüber nach!
     

  • Warum bist du nicht unverschämt glücklich?

    unverschämt glücklich
     

    Bitte nimm dir einen Moment, um in dich hineinzuhören. Ich weiß, das ist ungewöhnlich, und anfangs kommt vielleicht auch gar nichts dabei heraus, aber versuch dranzubleiben: Atme tief durch und frag dich, wie glücklich oder unglücklich du jetzt gerade bist, in diesem Augenblick, ohne groß darüber nachzudenken. Hier geht es ums Gefühl.
     

    Wie lautete deine Antwort? War es eine 5-Sterne-Rezension oder eher so la la? Die Wahrheit ist, dass ein Großteil der Menschen die meiste Zeit über nicht unverschämt glücklich sind. Natürlich sind wir auch nicht gerade unglücklich. Aber wäre es nicht schön, wenn wir sozusagen unser Glücksempfinden aufdrehen könnten?
     

    Sehen wir uns das mal genauer an.
     
     

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    Warum wir uns “so la la” fühlen

     

    Auf den ersten Blick ergibt es nicht viel Sinn. Mal abgesehen von ernsthaften körperlichen oder psychischen Erkrankungen, an denen manche Menschen leiden und die einem schon gründlich die Stimmung vermiesen können, leben die meisten von uns ein Leben, von dem unsere Vorfahren geträumt hätten – wenn sie sich das überhaupt hätten vorstellen können.
     

    Wir haben ein Zuhause und Komfort. Unsere Essensvorräte sind so reichhaltig, dass wir uns nie darüber Sorgen machen müssen, wir könnten hungern. Wir haben Familien und Freunde, die wir lieben und die uns lieben. In puncto Freizeit haben wir mehr Auswahl an erfüllenden Hobbies und Sportarten als jede Generation vor uns.
     

    Wir leben wie Gott in Frankreich. Eigentlich sollten wir den ganzen Tag lang Freudensprünge machen, oder?
     

    Warum machen wir das dann nicht?
     

    Dafür gibt es viele Gründe; ich werde aber nur die häufigsten nennen.
     
     

    #1: Negative Voreingenommenheit

     

    Der erste Grund ist unsere angeborene, instinktive negative Voreingenommenheit. Ich habe auf Englisch ein Video darüber gemacht, das du dir hier ansehen kannst. Kurz gefasst war es für unsere Vorfahren überlebenswichtig, dem Negativen – so wie eventuellen Gefahren – mehr Aufmerksamkeit zu schenken als dem Positiven, und diese Voreingenommenheit haben wir geerbt.
     

    Es ist ziemlich klar, wie das deine Stimmung betrüben kann, nicht wahr? Wenn es in deinem Leben zehn schöne Dinge gibt, aber deine genetische Programmierung dich dazu zwingt, lediglich das einzige Problem zu sehen, beeinträchtigt das sicher dein Glücksgefühl.
     
     

    #2: Gewohnheit

     

    Nummer zwei ist subtiler. Es klingt vielleicht merkwürdig, aber wir verfallen regelmäßig in die Stimmung, die uns zur Gewohnheit geworden ist.
     

    Ich sage oft, dass unglücklich sein genauso eine Gewohnheit ist wir unverschämt glücklich sein. Wenn du dich mal umsiehst, fallen dir eine Menge Leute auf, die einfach so dahinleben, ohne je eines der beiden Extreme zu erleben. Wir sind von “so la la”-Leuten umgeben – oft auch in der Familie und natürlich in der äußeren Welt – also ist es das, was wir von Kindheit an so lernen.
     

    Limit
     

    #3: Oberlimit

    Gay Hendricks schreibt vom “Oberlimit” an Glücksgefühl, das wir uns unbewusst zugestehen. Anscheinend empfinden wir das gewohnheitsmäßige (siehe den ersten Punkt) Niveau von sich-gerade-mal-okay-fühlen als Sicherheit. Es ist vertraut und daher angenehm.
     

    Dieses innere Thermostat hält uns davon ab, uns für längere Zeit sehr glücklich – oder auch sehr unglücklich – zu fühlen. Laut Hendricks sind wir zwar überlücklich, wenn uns etwas Schönes widerfährt, aber nach einer Weile macht sich das Unbehagen bemerkbar, das daher kommt, dass wir uns über unserem “Oberlimit” befinden. Dann ziehen wir unbewusst eine Situation oder ein Problem an, die uns wieder auf das Niveau herunterziehen, das wir als “normal” empfinden.
     
     

    Akutes und gewohnheitsmäßiges Glücksgefühl

     

    Um Missverständnisse zu vermeiden: Ich sage nicht, dass wir ständig überglücklich sein sollten. Ich habe auch schon öfter darüber gesprochen, dass das kontraproduktiv und schädlich wäre.
     

    Phasen zu durchlaufen, in denen wir glücklicher oder unglücklicher als normal sind, ist völlig normal. Wenn du trauerst oder gerade deinen Job verloren hast, dich scheiden lässt oder mit einem Unglücksfall kämpfst, ist es normal und sogar gut für dich, die dazugehörigen Gefühle im vollen Umfang zu erleben.
     

    Ähnliches gilt, wenn du gerade frisch verliebt bist oder deinen Traumjob gefunden hast. Dann wirst du wahrscheinlich eine Zeitlang überglücklich sein. Keiner dieser Extremzustände ist besser oder schlechter als der andere. Was beide gemeinsam haben, ist die Tatsache, dass sie an bestimmte Situationen gebunden und daher zeitlich begrenzt sind.
     

    Worum es mir in diesem Artikel geht, ist die Art, wie wir uns außerhalb von solchen Ausnahmesituationen fühlen. Wenn das Leben einfach so vor sich hin läuft, haben wir immer noch viele Gründe, glücklich zu sein, empfinden aber nicht unbedingt das entsprechende Glücksniveau.
     
     

    Wie du glücklicher unverschämt glücklich wirst

     

    Wenn du dir das Obige ansiehst, fällt dir vielleicht auf, dass viele der Dinge, die uns das “so la la”-Gefühl geben, ganz natürlich sind: Gewohnheiten, evolutionäre Bürden, die Dinge, die wir von Kindheit an lernen. Inzwischen sollte es ziemlich offensichtlich sein, dass mit dir alles in Ordnung ist, auch wenn du nicht ständig glücklich bist.
     

    Die wichtige Erkenntnis dabei ist, dass du das Thermostat hochdrehen, den Oberlimit erhöhen und neue, glücklich machende Gewohnheiten entwickeln kannst. Natürlich geht das nicht über Nacht; es erfordert einen langfristigen Ansatz und viele kleine Schritte. Hier sind ein paar Beispiele, mit denen du anfangen kannst.
     
     

    1. Neu und glänzend

    Wenn man Leute nach der glücklichsten Zeit ihres Lebens befragt, dann erzählen viele von besonderen Ereignissen wie ihrer Hochzeit, einer Weltreise oder dem ersten Kind. Anscheinend blühen Menschen auf, wenn etwas Außergewöhnliches, Neues geschieht. Sorge also dafür, dass du regelmäßig etwas Neues anfängst! Probiere ein neues Hobby aus. Lerne neue Menschen kennen. Lerne eine neue Fähigkeit. Das hält dich frisch, bewahrt deine geistige Flexibilität und macht dich ganz einfach unverschämt glücklich.
     

    unverschaemt gluecklich
     

    2. Leidenschaften

    Tu das, was dein Feuer entfacht. Einer der Gründe, warum ich meine Arbeit auf Leidenschaften ausrichte, ist die Tatsache, dass sie der Schlüssel zum Glück im Alltag sind. Wenn du etwas tust, das dich in den “Flow” bringt, worüber du die Zeit vergisst, dann ist es fast so, als ob du verliebt wärst: Du schwebst auf Wolke Sieben und dein Glücksgefühl ist astronomisch hoch.
     

    3. Anderen helfen

    Wenige Aktivitäten sind erfüllender wie unseren Mitmenschen zu helfen. Wir sind schließlich soziale Wesen! Arbeite ehrenamtlich für einen guten Zweck. Dabei musst du dich nicht auf Menschen beschränken: Mit Tieren zu arbeiten ist ebenfalls enorm glücksspendend. Wenn es dir an Zeit oder Gelegenheiten fehlt, unterstütze einen guten Zweck online oder durch Spenden. Ich helfe oft dabei, Kredite für weibliche Unternehmer in Entwicklungsländern durch Kiva zu finanzieren. Es bereitet mir so viel Freude, hinterher ihre Erfolgsgeschichten zu lesen.
     

    4. Hofiere deine Sinne

    Verwöhne bewusst deine fünf Sinne. Hör deine Lieblingsmusik. Deokoriere eine Ecke in deinem Haus in all deinen Lieblingsfarben. Trag Kleidung aus Naturfasern und genieße das Gefühl der Texturen auf deiner Haut. Sprüh dein Lieblingsparfum in die Luft oder hol dir Blumen ins Haus, deren Duft du liebst. Iss und schmecke bewusst deine Lieblingsspeisen. Es gibt nicht viel, was zu mehr Glückshormonen führt.
     

    Such dir eine oder mehrere der genannten Techniken aus und wende sie regelmäßig an. Wichtig dabei ist, dass du dir regelmäßig Erinnerungen im Kalender oder auf dem Smartphone setzt, damit sie zur Gewohnheit werden. Allmählich wirst du den Unterschied spüren – bis zu dem Punkt, an dem du schließlich eine ganze Menge Zeit damit verbringst, einfach unverschämt glücklich zu sein.
     

  • 3 Gründe, warum du auf der Stelle trittst und dich schlecht fühlst

    dich schlecht fuehlst
     

    “Wenn wir nicht die Richtung ändern, werden wir dort ankommen, wohin wir gehen.” -Anonym (oft fälschlich Laotse zugeordnet)
     

    Mit wem ich auch spreche, alle scheinen überzeugt zu sein, dass sie als einziger Mensch auf der Erde planlos sind. Die anderen sehen ja auch alle so glücklich und beherrscht aus (Instagram-Fotos lügen nicht, oder? Oder??)! Da muss man sich für seine eigene Richtungslosigkeit schämen.
     

    Die Wahrheit? Wir haben alle zu kämpfen und fühlen uns mitunter machtlos, vor allem, wenn wir unser Leben gerne ändern würden.
     

    Es gibt jedoch Wege, um Veränderungen zu erleichtern. Sie sind nicht immer besonders elegant oder schön, aber wenn sie unser Leben auf genau die Art und Weise verbessern, wie wir es wollen, sollten wir sie da nicht zumindest in Betracht ziehen?
     

    Im Folgenden beschreibe ich drei erprobte Techniken, um dir selbst nicht mehr im Weg zu stehen und dich nicht länger schrecklich zu fühlen. Eine Warnung, bevor ich beginne: Diesen Artikel zu lesen führt nicht zu Veränderung. Nur die Umsetzung der empfohlenen Schritte macht einen Unterschied.
     
     

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    Gründe, warum du auf der Stelle trittst #1: Die Alles-oder-Nichts-Haltung (mit der du dich garantiert schlecht fühlst)

     

    Wenn du je versucht hast abzunehmen, bist du mit dieser Einstellung sicher vertraut. In der ersten Woche hälst du dich genauestens an den Plan und verlierst ein paar Pfunde. Toll! In der nächsten Woche bist du eingeladen. Auf der Party wirst du irgendwann schwach und isst einen Teller Kartoffelsalat. Dann denkst du: “Jetzt ist es sowieso schon egal!” und machst mit Gegrilltem weiter und isst am Ende noch jede Menge Dessert.
     

    Wenn du’s beim Kartoffelsalat belassen hättest, wäre es kein Problem gewesen. Weil du aber innerlich aufgegeben hast, nachdem deine perfekte “Strähne” unterbrochen war, hast du die Fresstour unternommen und vermutlich alles wieder zugelegt, was du vorher abgenommen hattest.
     

    Ich habe einen Hang zum Dramatischen und liebe daher einschneidende Veränderungen. Nichts inspiriert mich mehr als Pläne zu schmieden und Listen zu schreiben und mir auszumalen, wie ich von jetzt ab alles richtig machen werde. Es hört sich so verlockend an! Egal jedoch, ob es sich um Essen, Sport, Leidenschaften oder etwas anderes handelt – dieser Ansatz ist zum Scheitern verurteilt.
     

    Als ich aber nach 15 Jahren ohne Klavier wieder angefangen habe, habe ich zunächst nur 15 Minuten am Tag dafür freigeräumt und die Übezeit allmählich aufgestockt. Wann immer ich keine Lust zum Üben habe, greife ich wieder auf die 15 Minuten zurück.
     

    Verstehst du? Der Gedanke sind Babyschritte. Du kannst alles in kleinen Schritten machen. 10 Minuten Bücherregal abstauben ist besser als gar nicht abzustauben. Eine gesunde Mahlzeit am Tag ist besser als keine. Eine kurze Nachricht an eine Freundin zu schicken ist besser als gar kein Kontakt.
     

    “Ganz oder gar nicht” ist einer der dümmsten, schädlichsten Sprüche, die ich kenne. Schmeiß ihn raus und fang stattdessen mit 5 oder 10 Minuten Veränderung am Tag an. In einem Monat wirst du dich nicht wiedererkennen.
     

    sich schlecht fühlen
    Foto von Fernando Jorge auf unsplash.com

     

    Gründe, warum du auf der Stelle trittst #2: Dir selbst zu viel zumuten

     

    Oft rate ich meinen Klienten, sich von historischen Persönlichkeiten inspirieren zu lassen. Fast jede Kunst, jedes Fachgebiet und jede Disziplin hat ein paar Giganten in seiner Geschichte, die Unvorstellbares geleistet oder großartige Kunstwerke geschaffen haben.
     

    Zweifellos waren das große Geister und starke Persönlichkeiten – aber sie hatten auch Unterstützung. Die meisten dieser Künstler – vor allem Männer, weil Frauen oft der Weg zur Kunst versagt war – hingen von Ehefrauen (oder Müttern) und/oder Dienstboten ab, die sich um sie kümmerten.
     

    Ein Dichter des 19. Jahrhunderts arbeitete sicher an seinen Worten, aber weißt du, was er nicht tat? Seine Klamotten waschen (oder Geschirr spülen), Essen kochen, das Haus saubermachen, zum Yoga gehen, die Kinder von der Schule abholen, an Elternabenden teilnehmen, frisches Obst und Gemüse auf dem Bio-Markt kaufen, …
     

    Ich will hier keine Errungenschaften schmälern. Ich sage nur, dass du dich vielleicht nicht mehr schlecht fühlen solltest, weil du keine Opern komponierst, wenn sogar Mozart, der oft Geldprobleme hatte, eine Frau und Dienstboten hatte, die sich um seine vielen Kinder kümmerten, so dass er komponieren, dirigieren und proben und generell das Leben eines Vollzeit-Musikgenies führen konnte.
     

    Was kannst du heute tun, im 21. Jahrhundert?

    1. Dein Leben radikal vereinfachen und alles rausschmeißen, was nicht überlebensnotwendig für dich oder deine Familie ist.
    2. Hilfe suchen. Ich weiß nicht, warum es so verpönt ist, zumindest ein- oder zweimal im Monat eine Putzfrau ins Haus kommen zu lassen. Das kostet nicht die Welt und ist es wert, verglichen mit der Verminderung deines Stresslevels.

    Wir haben uns vielleicht an Multitasking gewöhnt, aber das heißt noch lange nicht, dass es uns guttut. Je mehr du vereinfachst und dich fokussierst, desto mehr werden diese fokussierten Tätigkeiten gedeihen. Als Bonus hast du Seelenfrieden und ein gutes Gefühl.
     
     

    Gründe, warum du auf der Stelle trittst #3: Mit mehr Kontrolle anstatt mit mehr Leichtigkeit reagieren

     

    Das Leben ist unberechenbar und absolut jeder sieht sich manchmal unerwarteten Ereignissen gegenüber. Wenn etwas schiefgeht oder auch nur nicht wie erwartet läuft, ist unser erster Impuls, uns noch stärker festzuhalten. Wir versuchen, ein Gefühl der Sicherheit zurückzugewinnen, indem wir Kontrolle ausüben. In 90 % der Fälle geht das gnadenlos schief.
     

    Warum ist es unnütz, mit Kontrolle zu reagieren?

    1. Es erhöht den Stress. Unvorhergesehenes ist an sich schon verunsichernd. Anstatt uns zu beruhigen, macht uns der Versuch, Kontrolle auszuüben, nur noch angespannter und erhöht den Druck auf uns.
    2. Es ist nutzlos. Das Leben ist gewöhnlich stärker als wir. Wir können unmöglich alle Risiken unter Kontrolle halten. Dumm gelaufen, wie man so schön sagt. Stell dir vor, du schwimmst im Meer und auf einmal kommen große, wogende Wellen auf dich zu. Versuchst du das Meer anzuschreien, dass es sich beruhigen soll, oder wäre es vielleicht besser, dich von den Wogen auf- und abtragen zu lassen, bis sie nachlassen?
    3. Es lenkt deinen Fokus um. Du hast nur über eins Kontrolle – dich selbst. Du kannst dir die Umstände nicht aussuchen, nur deine Reaktionen auf das, was passiert. Darauf solltest du dich konzentrieren; das ist der Bereich, der deine Mühe und Energie verdient.

    Was kannst du stattdessen tun? Wenn dich das Leben mal wieder in den Treibsand setzt, lass einfach los. Reagiere mit Leichtigkeit. Abhängig von der Situation kann du außerdem einige oder alle der folgenden Dinge tun:

    • finder heraus, wo du helfen kannst
    • sei gut zu dir selbst
    • finde den Humor in der Situation
    • sei flexibel und bereit, deine Pläne zu ändern.

    Dass das Leben uns einen Strich durch die Rechnung macht, ist mehr die Regel als die Ausnahme. Lerne, mit Leichtigkeit auf den Wellen zu surfen, dann findest du mit der Zeit womöglich sogar Spaß an der Unsicherheit.