schaffe Raum für deine Leidenschaft
 

In den sozialen Medien zirkulieren Bilder von hübschen jungen Frauen, die verträumt in die Ferne blicken, während sie mit einer Tasse Tee am Fenster sitzen. Es ist leicht, sich von solchen Bildern berühren zu lassen, aber was sagen sie wirklich aus? Wie vereinfacht man sein Leben und wie wendest du das in deinem eigenen Leben an? Wie schaffst du Raum für deine Leidenschaft?
 

Als Erstes sage ich es in aller Härte: Entschleunigen ist alles andere als leicht.
 

Das ist so etwas, was viele auf den Tod nicht zugeben wollen, ähnlich wie die Sucht nach ihrem Smartphone oder sozialen Medien. Wir betrachten diese Dinge als Schwäche und typisch für oberflächliche Menschen, die immer nur den nächsten Kick suchen. Wir selbst sind doch anspruchsvoller, suchen nach dem tieferen Sinn und genießen das Leben, oder?
 

Die Wahrheit ist, dass Stress-Sucht unter Menschen allen Alters, aller sozialen Schichten und aller Bildungsniveaus und Intelligenz verbreitet ist. Kurz gesagt, sie hat nichts damit zu tun, in welchem Maß du in der Lage bist, dein Leben zu meistern.
 
 

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Warum ich die Entschleunigung vergeigte

 

Das erlebte ich, nachdem ich jahrelang in einem Vollzeitjob sowie zwei selbstständigen Tätigkeiten gearbeitet hatte. Ich war endlich in der Lage, den Job aufzugeben, und zog nach Kroatien. Ich hatte von ruhigen, seligen Tagen im perfekten Gleichgewicht zwischen Arbeit und Leidenschaften geträumt und von viel Ruhe.
 

Nach sechs Monaten stellte ich überrascht fest, dass ich immer noch gestresst war und unter Zeitmangel litt. Ich verstand einfach nicht, warum – objektiv gesehen tat ich so viel weniger! Aber in Wahrheit ist Stress eine Sucht. Das Leben in unserer modernen Welt, unsere Erziehung und Bildung und die Ideale, die wir lernen, fördern alle einen von Adrenalin gesteuerten Lebensstil. Wenn wir das Erwachsenenalter erreichen, sind wir bereits Adrenalin-Junkies.
 

Ich setzte unbewust den Stress fort, weil ich ihn auf einer bestimmten Ebene brauchte. Um diese Sucht zu überwinden, war mehr nötig als nur äußerliche Veränderungen meines Lebens.
 


 

Schaffe Raum für deine Leidenschaft: die Vorbereitung

 

Zum Entschleunigen gehört mehr als nur “weniger tun”. Daher sind dies die ersten Schritte auf dem Weg:
 

1. Rechne damit, dass es eine Zeitlang ungemütlich wird. Dich auf harte Zeiten einzustellen heißt, dass du nicht von ihnen überrascht wirst. Du bist im Begriff, eine Sucht zu überwinden, und dieser Prozess ist bekannt dafür, dass er schwierig ist.
 

2. Plane eine Übergangperiode ein. Ganz genau Null Menschen sind innerhalb von ein oder zwei Wochen von Stress zu Zen übergegangen. Realistisch brauchst du mindestens 3 Monate, um dich auf die Entspannung und Leichtigkeit einzulassen. Außerdem brauchst du Erinnerungen a la “schaffe Raum für deine Leidenschaft”.
 

3. Sei dir zu 100% darüber klar, dass du dich dafür entscheidest, ein Sonderling zu sein, das fünfte Rad am Wagen – und für immer. Unsere Welt ist nicht für das einfache Leben geschaffen. Du wirst im Gegensatz zu allem leben, was unsere Gesellschaft ausmacht, von der Notwendigkeit, die Wirtschaft anzukurbeln (durch Konsumentenverhalten und harte Arbeit) über Stolz als Eltern bis zur Selbstzufriedenheit, weil du so viel erledigst. “Busy” wird in unserer Welt mit “erfolgreich” gleichgesetzt, und es tut weh, als Versager(in) oder Schwächling gesehen zu werden – mach dir nicht vor, dass dir “egal ist, was andere denken”. Es tut weh.
 
 

Schaffe Raum für deine Leidenschaft: die Umsetzung

 

Nachdem die obigen Punkte erledigt sind, ist es an der Zeit zu handeln. Natürlich ist die Lebenssituation jedes Menschen unterschiedlich, aber im Groben beschreiben die folgenden Schritte den Weg zur Umsetzung:
 

4. Dieser Punkt wird wahrscheinlich ein längerer Prozess: Entscheide, zu welchen Veränderungen zu bereit bist. Für Alleinstehende scheint es vielleicht einfach, auf Dinge und Aktivitäten zu verzichten, aber bist du wirklich dazu bereit? Und was ist, wenn du Kinder hast? Bist du Willens, mit deiner Familie in eine ländliche Gegend umzuziehen, die Weihnachtsgeschenke und den Leistungsdruck in der Schule zu reduzieren, wirklich einen ganz neuen Lebensstil einzuführen? Oder würdest du lieber nur kleinere Veränderungen vornehmen? Sei ehrlich zu dir selbst.
 

5. Setze die Veränderungen um, für die du dich entschieden hast, wie immer es angemessen ist. Du musst nicht – und kannst in vielen Fällen auch nicht – alles auf einmal ändern. Geh es langsam an, denn sich ganz allmählich von einem Adrenalin-High zu entwöhnen, macht den Übergang sanfter. Hab viel Geduld mit dir und deinen Lieben und erwarte keine Wunder.
 

6. Dies ist der wichtigste Teil und auch der, den die meisten vergessen (ich auch, am Anfang): Arbeite daran, deine Adrenalin-Sucht zu überwinden. Das kann verschiedene Formen annehmen, wie z. B. deutlich deine Zeit vor Monitoren zu reduzieren, tägliche Spaziergänge im Grünen zu unternehmen, Meditation zu lernen, bewusst für bestimmte Zeit nichts zu tun, auf deine Leidenschaften Zeit zu verwenden, Zeit mit deinen Liebsten zu verbringen…
 


 

Wie ich mein Leben vereinfacht und Raum geschaffen habe

 

Die Überschrift hätte hier eigentlich in der Gegenwartsform stehen sollen. Dieses Projekt ist nämlich noch in vollem Gange. Ich bin nicht mehr oft gestresst, verfange mich aber trotzdem noch manchmal im “Busy-Sein”. Dass ich neulich ein Haus gekauft habe und umgezogen bin (was du weißt, wenn du meine Vlogs ansiehst), war eine dieser Situationen!
 

Alles in allem habe ich es aber tatsächlich geschafft zu entschleunigen und eine Menge Raum für mich, die Leute, die mir wichtig sind, und meine Leidenschaften zu schaffen. Hier sind ein paar Beispiele der Dinge, die ich eingeführt habe:

  • Emails und soziale Medien werden höchstens 3 Mal am Tag gecheckt.
  • Am Abend verbringe ich mindestens eine Stunde offline.
  • Gelegentlich mache ich einen ganzen offline-Tag am Wochenende.
  • Ich priorisiere meine Leidenschaften, indem ich mir wirklich täglich Zeit für sie nehme.
  • Ich pflege den Kontakt mit Freunden außerhalb von SMS: Sprachnachrichten, lange Emails, Skype/Zoom, persönliches Treffen.
  • Weniger Arbeit. Und noch weniger. Komischerweise ist mein Einkommen dabei gestiegen (nein, das ist kein Zufall. Mehr dazu ein andermal!).
  • Ich ruhe aus, wann immer ich es brauche, auch wenn das oft vorkommt und bedeutet, dass ich nicht viel Arbeit erledige.
  • Auch erwähne ich nicht mehr, wie busy ich bin, wenn ich mit Freunden oder Bekannten spreche.
  • Ich bin in ein Bergdorf umgezogen, wo allein schon Aussicht und Ruhe und Frieden Entspannung fördern.

Und das war’s! Dein Weg sieht vielleicht ähnlich aus, oder auch ganz anders. Scheue dich nicht davor, zu experimentieren und Dinge aufzugeben, die für dich nicht funktionieren. Bleib dran und eines Tages wirst du spüren, wie du Glück atmest. Deine Leidenschaften werden aufblühen. Und das ist wirklich jede Mühe wert.